zum Hauptmenü oder zum Inhalt springen.

Inhalt

Nachrichten

Studie

Medienberichterstattung zu Kölner Silvesternacht

Drei Fernsehbildschirme mit Störbild

Medienanalyse zu sexualisierter Gewalt
Foto: Maksym Yemelyanov/123rf.com

Aktuell wird über den Sprachgebrauch „Nafri“ für Nordafrikaner durch die Kölner Polizei und die Gefahr des „Racial Profiling“ diskutiert. Die Sprache der öffentlich-rechtlichen Medien bei der Berichterstattung über die Übergriffe und sexualisierte Gewalt in der Kölner Silvesternacht 2015/2016 untersuchte kürzlich eine Studie des Gunda-Werner-Instituts (GWI).

Die öffentlich-rechtlichen Medien sind dazu verpflichtet nichtdiskriminierend zu berichten. Deshalb liegt der Fokus der Untersuchung auf ARD und ZDF. Analysiert wurden ausschließlich Nachrichtensendungen. Dem GWI zufolge enthielten viele „rassifizierende Elemente“. Und: „Eine feministische Perspektive fehlte völlig“.

Wie hätte eine angemessene Berichterstattung aussehen können? Mit welchen Problemen sahen sich die JournalistInnen konfrontiert?

Einige Ergebnisse der Studie:

  • In der Medienberichterstattung werden die «Täter» zu einer homogenisierten Tätergruppe. Damit werden die «Täter» als die «Anderen» («nordafrikanischer Raum», «Flüchtlinge») verortet und damit Sexismus und sexualisierte Gewalt kulturalisiert.
  • Die öffentlich-mediale Debatte fokussiert auf Konsequenzen, die die als homogen wahrgenommene «Tätergruppe» betrifft: Abschiebung sowie Verschärfung der Asylgesetzgebung.
  • Als Leerstelle bleibt eine Kontextualisierung sexualisierter Gewalt als gesamtgesellschaftliches Phänomen. Es werden so gut wie keine Expert*innen zu diesem Themenfeld befragt. Eine Referenz auf die längst vor Köln begonnenen Mobilisierung (durch u.a. den Deutschen Juristinnenbund) zur Verschärfung des Sexualstrafrechts fehlt.

Weitere Informationen:
Zur Studie "Die TV-Berichterstattung in ARD und ZDF über die Silvesternacht 2015/2016 in Köln


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Montag 02. Januar 2017

Thema: sexuelle Gewalt, Medien

Es gibt auch eine Befriedigung, die sich im Kopf abspielt: Denken.

(Gabriele Wohmann, deutsche Schriftstellerin)