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Entgelttransparenz

Mehr Beschäftigte sollen von Lohngerechtigkeitsgesetz profitieren

Eine Frau und ein Mann sitzen mit dem Rücken zueinander jeweils vor ihrem Laptop, aber nur über dem Mann flattern Geldscheine durch die Luft

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Foto: Ion Chiosea/123rf.com

Nachbesserungen beim Gesetzentwurf der Bundesregierung zum sogenannten Lohngerechtigkeitsgesetz fordern der Frauenausschuss und der Sozialausschuss des Bundesrates.

Zwar begrüßen die Ausschüsse den Regierungsentwurf, empfehlen dem Bundesrat aber ausführliche Stellungsnahmen. Bislang sieht der Gesetzentwurf etwa vor, in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigen einen individuellen Auskunftsanspruch zum Lohnniveau anderer Beschäftigten mit der gleichen Tätigkeit zu etablieren. Um mehr Frauen dieses Recht zuteil werden zu lassen, fordert der Frauenausschuss nun, den Auskunftsanspruch bereits für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigen einzuführen.

Weitere Änderungswünsche beziehen sich darauf, dass Tarifverträge in die neu geordneten Aufgaben der Entgeltüberprüfung einbezogen werden müssen und betriebliche Prüfverfahren hinsichtlich einer größeren Transparenz als verpflichtend festgeschrieben werden.

Auch der Deutsche Frauenrat begrüßte, dass die Bundesregierung Entgelttransparenz per Gesetz herstellen will. Allerdings sieht er, so die Vorsitzende, Mona Küppers, im nun verabschiedeten Entwurf "Gerechtigkeitslücken, die unbedingt geschlossen werden müssen". So biete er etwa ArbeitgeberInnen die Möglichkeit, Entgeltungleichheit im Unternehmen mit arbeitsmarkt-, leistungs- und arbeitsergebnisbezogenen Kriterien zu rechtfertigen.

Weitere Informationen:

Zu den Empfehlungen der Ausschüsse

Stellungnahme des Deutschen Frauenrats vom 11. November 2016

 


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 14. Februar 2017

Thema: Lohndiskriminierung, Entgeltgleichheit, Equal Pay

Die verzeihlichste Sünde in unserer Gesellschaft ist die Unabhängigkeit der Gedanken.

(Emma Goldmann, US-amerikanische Friedensaktivistin, Feministin und Anarchistin, 1869-1940)