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Gender Pay Gap

Historisch gewachsene Ungleichheit

Frau von hinten schaut über einen Bretterzaun.

Was verdient mann auf der anderen Seite?
Foto: ep-picture/Fotolia.com

Bisherige Analysen begründen den Gender Pay Gap damit, dass Frauen oftmals in schlechter bezahlten Berufen und Tätigkeitsfeldern arbeiten. Inwiefern sich dahinter jedoch Diskriminierungen in der Bewertung von Arbeit aufgrund des Geschlechts verbergen, wird in einem neuen Arbeitspapier des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) mithilfe eines sogenannten "Gleichwertigkeitsindex" untersucht.

Bislang, so die Autorin Sarah Lillemeier, interpretierten herkömmliche ökonomische Ansätze die gegenwärtigen Verdienstunterschiede zwischen „Frauen- und Männerberufen“ als legitime Marktergebnisse. Dass die unterschiedliche Bewertung und Bezahlung bestimmter Berufe jedoch nicht ausschließlich vom Markt abhängig, sondern die Bewertungssysteme historisch gewachsen seien, werde „zum blinden Fleck“ in der Ursachenanalyse des Gender Pay Gaps.

Generelle gesellschaftliche Abwertung "weiblicher Berufe"
Stattdessen favorisiert Lillemeier soziologische Ansätze, die von einer „generellen gesellschaftlichen Abwertung 'weiblicher Berufe'“ ausgehen. Diese manifestiere sich institutionell in einer entsprechenden Lohnstruktur. Zur statistischen Überprüfung dieser These entwickelt Lillemeier einen Index: Dieser soll es ermöglichen, "Männer- und Frauenberufe" vor dem Hintergrund einer geschlechtsneutralen Arbeitsbewertung – d.h. hinsichtlich ihrer jeweiligen Arbeitsanforderungen und -belastungen – zu vergleichen. Er wird in Anlehnung an den zugrunde gelegten theoretischen Ansatz als „Comparable Worth“ (CW)-Index oder zu Deutsch als „Gleichwertigkeitsindex“ bezeichnet. Die Grundüberlegungen und die Konstruktion dieses Indexes werden in diesem Arbeitspapier, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) herausgegeben wurde, vorgestellt und erste deskriptive Ergebnisse seiner Nutzung präsentiert.

Weitere Informationen:

Der "Comparable Worth'"-Index als Instrument zur Analyse des Gender Pay Gap - Arbeitsanforderungen und Belastungen in Frauen- und Männerberufe


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 15. November 2016

Thema: Gender Pension Gap, Lohndiskriminierung

Die verzeihlichste Sünde in unserer Gesellschaft ist die Unabhängigkeit der Gedanken.

(Emma Goldmann, US-amerikanische Friedensaktivistin, Feministin und Anarchistin, 1869-1940)