zum Hauptmenü oder zum Inhalt springen.

Inhalt

Nachrichten

Geschlechterquote

Quote für Aufsichtsräte ein Erfolgsmodell

Porträtaufnahmen von Geschäftsfrauen- und männern

Geschlechterquote in Aufsichtsräten ein Erfolgsmodell
Foto: Kurhan/123rf.com

Im Jahr 2015 wurde die Geschlechterquote für die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland eingeführt. Heute zeigt sich, dass die Quote durchaus ein Erfolg ist. Allerdings sollte sich frau nicht darauf ausruhen, so die Präsidentin von Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR).

Die Einführung der Geschlechterquote hat bereits eine deutliche Wirkung erzielt. So hätten alle Unternehmen, die dazu per Gesetz verpflichtet wurden, 2016 ihr Soll erfüllt. "Das ist erfreulich“, so Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) in der Zeitschrift Finanzen. Sie bedauert aber, dass es Unternehmen gebe, die die Quote schon vor dem Gesetz erfüllt hätten und jetzt in Stillstand verfallen würden.

Quote führt nicht zwingend zu Kulturwandel
Dabei führe die Quote nicht sofort und zwingend zu umfassenden Änderungen in der Unternehmenskultur. Vielmehr sei sie ein Startschuss, um mehr Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt zu etablieren. Besonders viel Nachholbedarf sieht Schulz-Strelow hierbei in Sachen flexiblere Arbeitsbedingungen, geteilte Führungspositionen, weniger Präsenzkultur und mehr Lohngerechtigkeit.

Mehr Solidarität und Unterstützung von Frauen
Insgesamt hofft Schulz-Strelow nicht nur auf mehr weibliche Vorbilder, sondern auch auf mehr Solidarität und Unterstützung von Frauen untereinander: „Wir sollten nicht gegeneinander für einen Platz in einer männlichen Welt kämpfen, sondern miteinander für eine Arbeitswelt, wo alle Platz haben.“

dbb-Frauen: Gang höher schalten
Auch bei den obersten Bundesbehörden gibt es Fortschritte bezüglich Frauen in Führungspositionen, wie dem eben veröffentlichten Gleichstellungsindex 2016 zu entnehmen ist. Die Vorsitzende der Bundesfrauenvertretung des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Helene Wildfeuer, begrüßt diese Entwicklung, warnt aber vor allzu großer Euphorie: „Wir sprechen von einem Zuwachs an weiblichen Führungskräften von unter zwei Prozent innerhalb eines Jahres. Das ist Gleichstellung im Schneckentempo. Es ist höchste Zeit einen Gang höher zu schalten“. So waren bis zum Stichtag im Juni 2016 zwar 54 Prozent der Beschäftigten in den obersten Bundesbehörden Frauen, aber der Anteil an weiblichen Führungskräften lag lediglich bei 34 Prozent (im Vorjahr 32,6 Prozent).

Weitere Informationen:

Interview mit Monika Schulz-Strelow

Gleichstellungsindex 2016


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 07. Februar 2017

Thema: Frauenquote, Geschlechtergerechtigkeit, Aufsichtsräte

Es gibt auch eine Befriedigung, die sich im Kopf abspielt: Denken.

(Gabriele Wohmann, deutsche Schriftstellerin)