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Berlinale

Frauen werden lieber auf dem roten Teppich als in der Regie gesehen

Goldener Bär auf rotem Untergrund mit Schriftzug "Berlinale"

Nur zwei Regisseurinnen erhielten in den vergangenen 20 Jahren einen Goldenen Bären
Foto: mikewaters/123rf.com

Wenn bei der diesjährigen Berlinale die Goldenen Bären verliehen werden, sind die Chancen für Filmemacherinnen erneut sehr gering, eine Ehrung zu erhalten. Denn von den achtzehn im Wettbewerb konkurrierenden Filme stammen nur vier von einer Regisseurin.

„Was wir brauchen, sind nicht nur Frauen auf dem roten Berlinale-Teppich, sondern auch auf der Siegertreppe“, so Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats (DKR). Er bedauert, dass erneut kaum Werke von Filmemacherinnen im Wettbewerb zu sehen sind. Letztlich müsse sich die künstlerische Qualität des Werkes durchsetzen, doch wenn man die Filme von Frauen nicht sehe, hätten sie auch keine Chance, den Goldenen Bären zu gewinnen.

Langjährige Unterrepräsentation von Regisseurinnen
In den vergangen zwanzig Jahren erhielten dem DKR zufolge 19 Regisseure und zwei Regisseurinnen den Goldenen Bären für den besten Film. Im selben Zeitraum waren es 20 Regisseure und eine Regisseurin, die mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurden. Der DKR veröffentlichte im vergangenen Jahr eine Studie zu „Frauen in Kultur und Medien“ (wir berichteten). In diesem Zusammenhang kündigte er an, sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit stark zu machen.

Filmförderung berücksichtigt Regisseurinnen zu selten
Der Tagesspiegel wertet aktuell Zahlen zur Filmförderung in Deutschland aus und zeigt auf, dass sich bereits die Praxis der Filmförderung negativ für Regisseurinnen auswirkt. So wurden im Jahr 2015 633 Filme von Männern mit 176,1 Millionen Euro gefördert und nur 233 Filme von Frauen mit 42,5 Millionen.

Weitere Informationen:

Zu den Auswertungen des Tagesspiegel

Zur Studie "Frauen in Kultur und Medien" des Deutschen Kulturrats

 


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 14. Februar 2017

Thema: Medien, Kultur

Die Emanzipation des Weibes ist das Recht des Kindes.

(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, 1831-1919)