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DF-Mitgliedsverbände zum Equal Pay Day 2013

Schluss mit „Viel Dienst – wenig Verdienst!“

Frau in grünem Kittel fühlt Patientin den Puls.

Foto: Benjamin Thorn /pixelio.de

In den Gesundheitsfachberufen arbeiten vorwiegend Frauen – und die Bezahlung ist besonders schlecht. Die Forderung nach gerechter Entlohnung in diesen Branchen steht daher bei DF-Mitgliedsverbänden im Mittelpunkt des diesjährigen Equal Pay Day.

Deutscher Hebammenverband
Schluss mit „Viel Dienst – wenig Verdienst!“
 
„Wir fordern gerade für die typischen Care- und Frauenberufe das Ende von viel Dienst für wenig Verdienst“, sagt die Verbandspräsidentin Martina Klenk. Sie kritisiert, dass sich die große Verantwortung der Hebammen für Mutter und Kind weder in den von den Kliniken gezahlten Gehältern für die 8.500 angestellten Hebammen widerspiegelt, noch in den Honoraren der Krankenkassen für die freiberuflich tätigen Hebammen.

Hebammen gehören zu den Frauenberufen, die von einer mittelbaren Lohndiskriminierung betroffen sind. Das heißt, typische Frauenberufe mit hohen Anforderungen an die soziale Kompetenz werden in Deutschland schlechter bezahlt als typische Männerberufe, in denen technisches Handling gefragt ist. Martina Klenk fordert: „Damit muss endlich Schluss sein. Wir kämpfen um unsere gesellschaftliche Wertschätzung, die sich auch in der Bezahlung ausdrückt.“

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Verband medizinischer Fachberufe (vmf)
Qualität der Arbeit in den Gesundheitsberufen und leistungsgerechte Bezahlung gehören zusammen

„Unsere Berufsangehörigen üben keine einfachen Tätigkeiten aus. Allein 578.000 Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte sorgen in den Arzt- und Zahnarztpraxen dafür, dass die Patientinnen und Patienten vor, während und nach der Behandlung fachkundig und kompetent betreut, Anforderungen an die Hygiene und das Qualitätsmanagement erfüllt, Umweltschutzvorschriften eingehalten, Betriebsabläufe und Terminplanungen organisiert, medizinische Geräte bedient, Behandlungen dokumentiert und abgerechnet sowie Ärzte und Zahnärzte entlastet werden. Noch werden sie dafür aber im Niedriglohnbereich bezahlt. Diese gesellschaftliche Bewertung muss sich ändern“, erklärte dazu Sabine Ridder, Präsidentin des Verbandes.

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Deutscher Ärztinnenbund (DÄB)
Ungleiche Bezahlung und fehlende Entwicklungschancen am Arbeitsplatz schaden der Gesundheit 
 
Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtärzteschaft steigt kontinuierlich, doch nach wie vor haben sie trotz hoher Qualifikation geringere Karrierechancen als ihre männlichen Kollegen. Viele Ärztinnen schließen zum Beispiel die Facharztweiterbildung aufgrund inadäquater Rahmenbedingungen nicht ab. Beim Equal Pay Day 2013 geht es für Ärztinnen daher zum einen auch um geregelte Arbeitszeiten, verbesserte Arbeitsbedingungen und Familienfreundlichkeit im Gesundheitswesen. Zum anderen kämpfen wir aber insbesondere auch um Chancengleichheit bei höheren und besser dotierten Positionen und außertariflicher Zulagen“, so Dr. med. Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.

Dem Deutschen Ärztinnenbund geht es jedoch nicht nur teilweise ungleiches Gehalt, sondern vor allem um ungleiche berufliche Chancen.

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Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB)
Gerechte Vergütung in Pflege- und Gesundheitsberufen und soziale Sicherung aller Arbeitsverhältnisse

„Gute Qualität muss auch gut gezahlt werden. Wir fordern deshalb die Bundesregierung, Sozialpartner und Leitungen von Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen auf, konkrete Maßnahmen für eine leistungsgerechte Vergütung der Pflege- und Gesundheitsberufe zeitnah zu entwickeln“, erklärt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth. 

Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte sind in diesen Bereichen deutlich zu verbessern. Dazu gehören auch die monetäre Berücksichtigung der für das Berufsfeld notwendigen emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie die umfangreichen medizintechnischen Fachkenntnisse. Stationäre, ambulante und im häuslichen Bereich angesiedelte Pflege braucht eine zukunftsfähige Ausgestaltung aller damit verbundenen Aufgaben, um dem Demografiewandel und einem schon jetzt zu verzeichnenden Fachkräftemangel zielgerichtet entgegen zu wirken.

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Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)
Berufsbelastung anerkennen und in Bewertungssystemen angemessen berücksichtigen

„Die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen brauchen einen qualifikations- und leistungsgerechten Verdienst, der ihre Existenz sichert. Vor allem psychosoziale Belastungen dieser Berufe müssen anerkannt und in den Bewertungssystemen der Tarifpartner angemessen berücksichtigt werden“, stellt Ingrid Müller, Sprecherin des Ständigen Ausschusses „Frauen und Erwerbsarbeit“ der kfd, fest. Darüber hinaus fordert sie Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die eine bessere Perspektive für diese Berufe garantieren.

Aktuell arbeitet jede sechste erwerbstätige Frau in der Bundesrepublik im Gesundheitsbereich, beispielsweise in Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen. Dies sind mehr als drei Millionen Frauen. Gerade in den Gesundheitsberufen zeigt sich deutlich der enge Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Frauenarbeit. Schlechte Verdienstmöglichkeiten führen zwangsläufig dazu, dass viele Frauen unentgeltlich die Pflege von Angehörigen zu Hause übernehmen, auf Teilzeit gehen oder die Erwerbstätigkeit unterbrechen. Dies wiederum fördert eine unzureichende soziale Sicherung und Niedriglöhne für Frauen. Eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen: Aufgrund ihrer niedrigen Gehälter erwirtschaften Frauen im Durchschnitt auch weniger Vermögen und beziehen im Alter deutlich niedrigere Renten. Auf diese Weise wächst die Rentenlücke im Lebensverlauf auf durchschnittlich 59 Prozent an. Das führt nicht nur zu einem großen Armutsrisiko für Frauen, sondern stellt auch eine große Belastung für die Sozialkassen dar.

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AutorIn: Ulrike Helwerth

Erstellt am: Dienstag 19. März 2013

Thema: Equal Pay Day, Gesundheitswesen, Entgeltgleichheit

Karriere ist etwas Herrliches, aber du kannst dich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen.

(Marilyn Monroe, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin, 1926-1962)