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Öffentlicher Dienst

Familienzeiten wirken sich negativ auf Beurteilung aus

Anschreiben: Antrag auf Elternzeit

Langfristige Nachteile durch Elternzeit
Foto: nmann77/fotolia.com

Die Bundesfrauenvertretung des Deutschen Beamtenbundes (dbb) fordert eine Reform der Frauenförderung im öffentlichen Dienst und ein diskriminierungsfreies Beurteilungssystem. Bislang wirkt es sich für Beschäftigte negativ auf die dienstliche Beurteilung aus, wenn sie zugunsten der Familie kürzertreten.

Die Bundesvorsitzende der dbb-Frauen, Helene Wildfeuer, wies darauf hin, dass bereits eine durchschnittliche Beurteilung in frühen Dienstjahren die Tür zur Führungsetage endgültig zuschlage. „Mit Mitte 40 wissen viele Beamtinnen: Viel mehr als das, was sie bisher erreicht haben, können sie von ihrem Berufsleben nicht erwarten. Auch die Höhe der Altersbezüge ist damit besiegelt. Sie sind verdonnert zu ‚lebenslänglich zweitrangig'“, so die Kritik Wildfeuers.

Gendergerechtes Beurteilungssystem fördern
Auch im Hinblick auf die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung stelle sich die Frage, wie ein gendergerechtes Beurteilungssystem gefördert werden könne. Darüber soll auf einer frauenpolitischen Fachtagung am 11. Mai 2017 des dbb in Berlin debattiert werden.

Studie: Gender Lifetime Earning Gap bei 49,8 Prozent
Denn aus den verpassten Karrierechancen durch Familienphasen oder Teilzeittätigkeit ergäben sich auch langfristig monetäre Nachteile. Wildfeuer bezog sich dabei auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Diese untersucht die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern über den gesamten Lebensverlauf hinweg, den sogenannten Gender Lifetime Earning Gap. Dieser liegt mit 49,8 Prozent weit höher als der Gender Pay Gap (21 Prozent), der lediglich eine Momentaufnahme der Verdienstunterschiede und eine Komponente von mehreren darstellt.

Weitere Informationen:

Zur Kurzfassung der Studie „Dauerhaft ungleich – berufsspezifische Lebenserwerbseinkommen von Frauen und Männern in Deutschland“ des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI)


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Sonntag 19. März 2017

Thema: Öffentlicher Dienst, gender equality, Elternzeit

Wir sollten die Begriffsverwirrung endlich richtigstellen: Frauen haben genug Arbeit. Was ihnen fehlt, ist bezahlte und qualitativ zumutbare Arbeit.

(Marieluise Beck, deutsche Politikerin, Mitgründerin der Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestages, 2002-2005 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)