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Equal Pay Day

Gerechte Anerkennung der Leistungen von Frauen gefordert

Aktionsfoto der Genannten

Equal Pay Day vor dem Brandenburger Tor mit der stellvertretenden DF-Vorsitzenden Lisi Maier
Foto: Christine Müller

Noch immer verdienen Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Das sind pro Monat etwa 300 Euro und nach zehn Jahren bereits etwa 41.000 Euro weniger Verdienst. Um diese Zahlen zu visualisieren, wurden bei der diesjährigen Protestaktion von DGB, DF und SoVD zum Equal Pay Day entsprechend teure Gegenstände vor dem Brandenburger Tor platziert – von einer E-Gitarre, über ein luxeriöses Sofa bis hin zu einem Sportwagen.

Für Edda Schliepack, Präsidiumsmitglied des Sozialverband Deutschland (SoVD), ist es ein Unding, noch immer für gleichen Lohn für gleiche Arbeit auf die Straße gehen zu müssen. Denn selbst in Berufen, die als klassische Frauenberufe gelten, wie etwa der der KonditorIn verdienten Männer deutlich mehr als Frauen. „Es ist die gleiche Erbsensuppe, die ein Koch oder eine Köchin macht, aber der Koch verdient deutlich mehr dafür“, so Schliepack.

SoVD fordert Verbandsklagerecht
Sie fordert ein Verbandsklagerecht, um Lohnauskünfte für Frauen erstreiten zu können, anstatt wie im Lohntransparenzgesetz vorgesehen, diese Last auf die Schultern der Frauen zu laden, die dann möglicherweise bei der nächstmöglichen Gelegenheit vor die Tür gesetzt werden würden.

DGB: Rückkehrrecht in Vollzeittätigkeit
Der Vorsitzende des DGB, Reiner Hoffmann, sieht die CDU an der Bremse, wenn es darum geht, die im Koalitionsvertrag festgelegten Veränderungen hin zu mehr Lohngerechtigkeit umzusetzen. Er fordert erkennbaren Fortschritt etwa bei der Umsetzung des Rückkehrrechts für Frauen aus einer Teilzeit- in eine Vollzeittätigkeit. „Das wäre ein großer Schritt in Richtung Entgeltgleichheit, denn viele teilzeitbeschäftigte Frauen wollen ihre Arbeitszeit wieder aufstocken. Union und Wirtschaftsverbände sollten endlich ihre Blockade gegen die Weiterentwicklung des Teilzeitrechtes aufgeben“, so Hoffmann.

DF: Aufwertung aller Berufe in den personenzentrierten Dienstleistungen
Auf das Sachverständigengutachten zum 2. Gleichstellungsbericht verwies die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Lisi Maier, in ihrer Ansprache. Darin zeige sich, dass Frauen täglich anderthalbmal so viel Zeit für unbezahlte Sorgearbeit aufwendeten wie Männer. Dies entspreche einem Gender Care Gap von 52 Prozent. Ein Ungleichgewicht, das zu Lasten der Frauen gehe. Maier: „Denn wer unbezahlt pflegt, füttert, vorliest, einkauft und putzt, hat über das gesamte restliche Leben geringere Verdienstmöglichkeiten und Rentenansprüche hinzunehmen.“ Maier forderte deshalb bei der EPD-Aktion vor dem Brandenburger Tor die Ausweitung partnerschaftlicher, familienpolitischer Leistungen, die Aufwertung aller Berufe in den personenzentrierten Dienstleistungen und grundsätzlich eine gerechte und nachhaltige Anerkennung der Leistung von Frauen – ihrer bezahlten und unbezahlten Arbeit.

Weitere Informationen:

Statement von Lisi Maier als Videoclip auf der EPD-Aktionsseite des DGB


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Montag 20. März 2017

Thema: Equal Pay Day Entgeltgleichheit

Es gibt auch eine Befriedigung, die sich im Kopf abspielt: Denken.

(Gabriele Wohmann, deutsche Schriftstellerin)