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Care-Arbeit II

Massive Einschränkungen für Geburtshilfe

"Geboren mit der Hilfe meiner Hebamme" - schwarzer Schriftzug auf gelbem Untergrund

Einsparungen in der Geburtshilfe gehen zu Lasten von Mutter und Kind.
Foto: Kampagnenmotiv

Steigender Personalmangel und Unterfinanzierung bedrohen die Geburtshilfe in Deutschland. Immer mehr Krankenhäuser schließen ihre Kreissäle und die Gesetzlichen Krankenkassen planen massive Einschränkungen bei den Beleghebammen. Damit gerät die Betreuung von 20 Prozent aller Geburten in Kliniken in Gefahr, warnt der Deutsche Hebammenverband (HBV).

Angesichts dieser seit Jahren problematischen Lage (wir berichteten) fordert die Präsidentin des HBV, Martina Klenk: „Wir brauchen ein Umdenken in der Geburtshilfe. Dazu gehört eine bürgernahe Gesundheitspolitik, die wohnortnahe Geburtshilfe stärkt.“

Geburtshilfe nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten planen
Wichtig seien dabei bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen. Geburtshilfe dürfe nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten geplant werden. „Denn jede Geburt braucht Zeit und  individuelle Begleitung“, so Klenk. Um den Schutz von Mutter und Kind bei der Geburt zu sichern, veröffentlichte der HBV „12 Thesen für eine gute Geburtshilfe“.

Finanzieller Druck auf freiberufliche Hebammen steigt
Auch der finanzielle Druck auf freiberufliche Hebammen steigt weiter. Um die hohen Haftpflichtprämien zu bezahlen, erhalten sie zwar seit Jahresanfang einen finanziellen Ausgleich. Allerdings wird der Eigenanteil am Versicherungsbetrag ab dem 1. Juli erneut um fast 800 Euro erhöht und liegt dann bei 2.053 Euro. "Steigerungen sind bei dem Ausgleich nicht ausreichend mitberücksichtigt. Das zeigt: Eine langfristige Lösung ist das nicht“, so die Kritik Klenks im Spiegel.

Verdoppelung des Brutto-Stundenlohns
Für die im Mai anstehenden Vergütungsverhandlungen zwischen HebammenvertreterInnen und dem Spitzenverband der Krankenkassen GKV fordert Klenk eine Verdoppelung des Brutto-Stundenlohn auf etwa 50 Euro für freiberuflichen Hebammen, dies entspräche netto 16 bis 18 Euro.

Weitere Informationen:

12 Thesen für eine gute Geburtshilfe


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 09. Mai 2017

Thema: Hebammen, Geburtshilfe, Care

Eine gescheite Frau hat Millionen geborener Feinde: alle dummen Männer.

(Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Dichterin, 1830-1916)