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Gewaltschutz und Prävention kosten Geld, ein Weiter-So kostet Leben

Pressemitteilung | 24. November 2025

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen fordert der Deutsche Frauenrat den zügigen Ausbau von Hilfesystem und Gewaltprävention – gerade vor dem Hintergrund neuer Höchstzahlen bei häuslicher Gewalt. Gleichzeitig begrüßt der DF als größte frauenpolitische Interessenvertretung Deutschlands die Ambitionen der neuen Bundesregierung bei der Strafverfolgung und in der Täterarbeit.

Jede Stunde erfahren 15 Frauen Partnerschaftsgewalt, zeigen die letzte Woche veröffentlichten Bundeslagebilder zu häuslicher Gewalt. „Das ist ein klarer Handlungsauftrag an alle politischen Ebenen, Schutz und Unterstützung für jede Gewaltbetroffene sicherzustellen. Doch stattdessen sehen wir Kürzungen im Gewaltschutz auf kommunaler und Landesebene“, sagt Sylvia Haller, Sonderbeauftragte für Gewaltschutz im Deutschen Frauenrat. „Das Gewalthilfegesetz ist ein echter Meilenstein, aber es greift erst ab 2027 finanziell. Das heißt jedoch nicht, dass Länder und Kommunen sich jetzt zurückziehen können. Beim Gewaltschutz zählt jeder Tag. Kürzungen im Gewaltbereich darf es nirgends in Deutschland mehr geben. Im Gegenteil! Länder und Kommunen müssen ihre Anstrengungen erhöhen. Daran lässt die neue Gewaltstatistik keinen Zweifel. Gewaltschutz und Prävention kosten Geld, aber ein Weiter-So kostet Leben,“ so Haller weiter.

„Es ist wichtig und richtig, dass die Bundesregierung bei der Strafverfolgung von Gewalt nachschärft – aber das reicht noch nicht aus. Wir brauchen umfassende Gewaltprävention: Von frühzeitiger Sensibilisierung in Kitas und Schulen, über Fortbildungen von Fachpersonal in Sozialer Arbeit, Medizin, Polizei und Justiz zu einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern und konsequenter Täterarbeit,“ ergänzt Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats.

 

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