Themen / Sozialpolitik

Für eine solidarische und geschlechtergerechte Alterssicherung

Beschlüsse | 26. Juni 2026

Der demografische Wandel erfordert eine grundlegende Reform der Alterssicherung, um eine angemessene Versorgung für Frauen sicherzustellen und Armut zu vermeiden. Eine starke gesetzliche Rentenversicherung mit sozialen Ausgleichselementen und einem sozial- wie geschlechtergerechten Finanzierungsmodell kann dies leisten. Eine Abkehr vom Prinzip der paritätisch finanzierten gesetzlichen Rente ist angesichts gesellschaftlicher Ungleichheiten abzulehnen. Der Deutsche Frauenrat steht für eine solidarische Alterssicherung ein, die den Lebensstandard sichert und Altern in Würde ermöglicht.

Der Deutsche Frauenrat fordert die Bundesregierung auf,

  • die Lebenswirklichkeiten von Frauen in der Reformdebatte systematisch zu berücksichtigen, um die Reproduktion von Geschlechterungleichheiten in der Alterssicherung zu vermeiden.
  • das gesetzliche Rentenniveau auf Basis von 45 Entgeltpunkten bei 48 Prozent dauerhaft zu stabilisieren und perspektivisch auf mindestens 50 Prozent anzuheben.
  • das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen und auch nicht an die Beitragsjahre zu koppeln, da diese Maßnahmen sozial ungerecht sind und Frauen benachteiligen.
  • die Bundesmittel zur gesetzlichen Rentenversicherung zu erhöhen, da diese der sachgerechten Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben dienen.
  • die Einnahmeseite durch ein sozial- und geschlechtergerechtes Steuersystem sowie die Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu stärken.
  • den Versichertenkreis auszuweiten und alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, um das Rentensystem langfristig zu stabilisieren.
  • Hinterbliebene weiterhin angemessen abzusichern; eine Abschaffung der Witwenrente lehnt der Deutsche Frauenrat ab.
  • durch eine gesetzliche oder tarifvertragliche Verpflichtung für arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten den Zugang von Frauen zu Betriebsrenten zu verbessern.
  • die gesetzliche Rente durch private Vorsorgeprodukte allenfalls zu ergänzen, wobei frauenspezifische Interessen zu berücksichtigen sind.
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