Der Deutsche Frauenrat setzt sich gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium dafür ein, dass gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die „sprechende Medizin“ gegenüber den apparativen Leistungen zu stärken. Durch eine Anpassung der Vergütung medizinisch/therapeutischer Leistungen sollen das strukturelle Ungleichgewicht zwischen apparativer und sprechender Medizin reduziert und damit gleichzeitig die Versorgungsqualität erhöht und der Gender Pay Gap reduziert werden.
Für eine nachhaltige, effiziente und qualitätssichernde Behandlung bedarf es Zeit für Anamnesen, Aufklärung, Beratung sowie technische Untersuchungen. Um ambulante Praxen wirtschaftlich zu führen, bestehen aktuell jedoch finanzielle Anreize, die Beratungszeiten zugunsten teurer apparate-medizinischer Leistungen zu verkürzen. Ärztinnen arbeiten im Durchschnitt stärker beziehungs- und kommunikations-orientiert und investieren mehr Zeit in Gespräche. Da diese Leistungen schlechter vergütet werden, verdienen sie bei gleicher Qualifikation und Arbeitszeit etwa 15-25 Prozent weniger. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass gerade diese Arbeitsweise häufig zu besseren Behandlungsergebnissen führt – unter anderem durch höhere Diagnosesicherheit, bessere Therapieadhärenz und stärkere Prävention.
Eine bessere Vergütung zeitabhängiger Leistungen („sprechende Medizin“) führt zu:
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