
Der Deutsche Frauenrat begrüßt Korrekturen bei den angekündigten Kürzungen der Rentenansprüche pflegender Angehöriger. Der Dachverband von rund 60 gleichstellungspolitischen Organisationen kritisiert zugleich die geplanten Verschärfungen bei der Einstufung von Pflegegraden scharf.
Dazu sagt die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Dr. Beate von Miquel:
„Zwei Drittel der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Sie halten unser Pflegesystem Tag für Tag am Laufen – und dürfen dafür im Alter nicht die Rechnung zahlen. Dass die geplante Kürzung ihrer Rentenansprüche nun zurückgenommen werden soll, ist richtig, denn bereits heute ist jede vierte pflegende Angehörige armutsbedroht. Deshalb ist es besonders zynisch, zeitgleich den Zugang zu Pflegegraden zu erschweren. Denn nur weil Pflegegrade nicht mehr erteilt werden, verschwindet der Bedarf nach Unterstützung nicht. Im Gegenteil: Die Verantwortung wird den Angehörigen zugeschoben und belastet hier vor allem Ehefrauen, Töchter, Mütter und Freundinnen. Statt Gleichstellung zu fördern, verstärkt die geplante Maßnahme die strukturelle Benachteiligung von Frauen.“
Der Deutsche Frauenrat fordert, die Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung weiterzuentwickeln. Pflegende Angehörige müssen auf bedarfsgerechte und öffentlich bereitgestellte Hilfen und Infrastrukturen zugreifen können. Dazu zählt auch eine verlässliche Lohnersatzleistung, die pflegende Angehörige finanziell absichert und dafür sorgt, dass Pflege nicht länger vor allem auf den Schultern von Frauen lastet.
Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen und damit die starke Stimme für Frauen in Deutschland.
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