Demokratische Teilhabe junger Menschen in digitalen Räumen feministisch stärken

Beschlüsse | 26. Juni 2026

Soziale Medien sind zentrale Sozialisationsräume und Arenen politischer Öffentlichkeit. Sie prägen Meinungsbildung und gesellschaftliche Machtverhältnisse, v.a. für junge Menschen. Gleichzeitig sind sie von struktureller Diskriminierung, digitaler Gewalt sowie antifeministischen und demokratiefeindlichen Kampagnen geprägt – besonders betroffen sind Mädchen, junge Frauen und queere Personen. Pauschale Verbotsforderungen greifen jedoch zu kurz, verschieben Verantwortung und erschweren Beteiligung.

Der Deutsche Frauenrat fordert die Bundesregierung sowie weitere zuständige Akteur*innen auf, digitale Räume als politische Räume anzuerkennen und auf Grundlage von Schutz, Befähigung und Teilhabe feministisch und diskriminierungskritisch zu gestalten.

Dazu fordert der Deutsche Frauenrat:

  1. Feministische Medienbildung ausbauen:
    Kritische Medienbildung ist in (außer-)schulischer Bildung flächendeckend zu verankern und sollte Desinformation, antifeministische Narrative, Geschlechterrollen, Machtverhältnisse von Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus sowie Strategien gegen digitale Gewalt umfassen und digitale Mündigkeit stärken.
  1. Demokratische Teilhabe stärken:
    Soziale Medien sind als Räume politischer Partizipation anzuerkennen. Projekte zur Mitgestaltung sind strukturell zu fördern, junge Menschen verbindlich einzubeziehen und feministische Perspektiven zu stärken.
  1. Schutz vor digitaler Gewalt durchsetzen:
    Betroffene sind wirksam zu schützen. Beratungsstrukturen sind auszubauen, Plattformen zu Schutzmechanismen und niedrigschwelligen Meldewegen zu verpflichten und Gesetze diskriminierungssensibel weiterzuentwickeln.
  1. Plattformregulierung verschärfen:
    Transparenz über Algorithmen ist herzustellen, die Verstärkung antifeministischer Inhalte zu begrenzen und Sicherheit standardmäßig zu gewährleisten (Safety by Design). Auswirkungen auf Geschlechterbilder sind zu prüfen und feministische Expertise einzubinden.
  1. Forschung stärken:
    Digitale Dynamiken sind systematisch zu erforschen, ihre Auswirkungen auf junge Menschen zu analysieren und in politische Maßnahmen zu überführen.
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