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Politik / Themenübersicht / Internationale Gleichstellungspolitik

Foto von EU-Gleichstellungskommisarin Helena Dalli am Pult mit Mikro
Foto: Andrea Renault/German UN Mission

DF, W7 und BMFSFJ richteten hochrangig besetztes Side Event im Rahmen der 66. Frauenrechtskommission aus

Aktuelles | 18. März 2022

Bis zum 25. März findet in New York die 66. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen statt. Anlässlich der G7-Präsidentschaft 2022 veranstaltete die Bundesregierung gemeinsam mit dem DF und Women7 ein hybrides Side Event, um das Thema Gleichstellung im Kontext des Klimawandels zu diskutieren. Die japanische Regierung, die im nächsten Jahr den G7-Vorsitz innehaben wird, und die Europäische Union, die der G7 als Beobachter angehört, unterstützten die Veranstaltung ebenfalls mit hochrangigen Sprecherinnen.

Das Event befasste sich damit, warum Frauen, Mädchen und benachteiligte Gruppen die entscheidenden Akteurinnen in der Umsetzung nachhaltiger Klimaschutzmaßnahmen sind und was die G7 konkret tun kann, um einen gerechten und inklusiven Ansatz in der Bekämpfung der Klimakrise zu wählen.

„Seien wir ehrlich: Wir sind erschöpft von zwei Jahren COVID-19, in Gedanken und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, aber sitzen dennoch hier gemeinsam bei der 66. Frauenrechtskommission in New York. Und zwar nicht um ein kaputtes System zu reparieren, sondern um die Welt grundlegend zu verändern.“ Mit diesen eindringlichen Worten eröffnete Juliane Rosin, Leitung für Internationales beim DF, ihre Anfangsrede. Zuvor hatte Ekin Deligöz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in einem Willkommensgruß die Relevanz des Veranstaltungsthema vor dem Hintergrund der aktuellen G7-verhandlungen betont.

EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, hielt ein kraftvolles Plädoyer für die Verankerung von Gleichstellung über alle Maßnahmen der Bekämpfung des Klimawandels der EU-Staaten hinweg:

„Der Europäische Klimapakt wird die Gleichstellung der Geschlechter unter seinen Botschafter*innen anstreben und die Verbreitung von wissenschaftlich fundierten Informationen über die sozialen und geschlechtsspezifischen Aspekte des Klimawandels fördern“, sagte Dalli in ihrer Keynote.

Auf dem darauffolgenden Podium diskutierten Anita Bhatia, stellvertretende Exekutivdirektorin von UN Women, Alexandria Villasenor, US-amerikanische Aktivistin für Klimagerechtigkeit von Fridays for Future und Spogmay Ahmed, W7-Beraterin und Global Policy Advocate am International Center for Research on Women (ICRW). Gemeinsam bekräftigten sie die Notwendigkeit, Frauen, Mädchen und benachteiligte Gruppen als zentrale politische Partner*innen in der Aushandlung von Klimamaßnahmen anzuerkennen:

„Nur 20 von 193 UN-Mitgliedsstaaten haben ein geschlechterparitätisches Kabinett. Neu gewählte Premierminister und Präsidenten müssen erkennen, dass die Förderung einer gleichberechtigten und vielfältigen Vertretung in ihren Kabinetten für einen sinnvollen Wandel unabdingbar ist!“ betonte Bhatia auf die Frage nach den anhaltenden Hindernissen für eine geschlechtergerechte Beteiligung

Die Klimaaktivistin Villasenor machte deutlich, dass die Jugendlichen den G7-Staats- und Regierungschefs keine andere Wahl lassen würden, als sie einzubeziehen: „Bilden Sie Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt aus, befähigen Sie sie und beziehen Sie sie in die Klimapolitik ein, oder wir werden uns den Raum selbst nehmen.“

„Frauen, Mädchen und marginalisierte Gemeinschaften haben die Lösungen für die Klimakrise. Was wir brauchen, ist der politische Wille, sie als politische Partner anzuerkennen und – was am wichtigsten ist – sicherzustellen, dass zivilgesellschaftliche Organisationen, die an diesen Themen arbeiten, angemessen finanziert werden“, fügte W7 Advisor Ahmed in der Diskussion hinzu.

Zahlreiche Äußerungen aus dem Publikum trugen zu dieser lebhaften Diskussion bei und unterstrichen die Dringlichkeit, im Zusammenhang mit der Klimakrise auf die Stärkung der Rolle der Frau und ihre Führungsrolle einzuwirken. Elena Bonetti, italienische Ministerin für Familie und Chancengleichheit, Élisabeth Moreno, Gleichstellungsministerin aus Frankreich, die britische Baronin Deborah Stedman-Scott und Susanne O’Malley, ehemalige Vorsitzende des NRO-Ausschusses der CSW, bereicherten die Debatte mit eindringlichen Statements aus dem Publikum.

Die japanische Regierung, die im kommenden Jahr den G7-Vorsitz übernehmen wird, war durch die Gleichstellungsministerin Seiko Noda vertreten. In ihrem Video-Statement wies sie unter anderem auf die Zunahme von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen im Zusammenhang mit der Klima- und Gesundheitskrise hin.

Juliane Rosin schloss die Veranstaltung mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse aus der Diskussion und versprach, die gesammelten Forderungen an die G7 in den bereits laufenden W7-Dialogprozess einfließen zu lassen.

„Wir brauchen eine gleichberechtigte Vertretung von Frauen, Mädchen und marginalisierten Gruppen. Wir brauchen eine geschlechtergerechte Haushaltsplanung im öffentlichen und privaten Sektor […] und nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten. Wenn es einen politischen Willen gibt, dann gibt es auch einen Weg!“ schloss Rosin ihre Abschlusserklärung.

Hier die gesamte Veranstaltung als Video:

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Fotos: Andrea Renault/German UN Mission


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