
Die vom Wirtschaftsflügel der CDU entfachte Debatte um die sogenannte Lifestyle-Teilzeit weist der Deutsche Frauenrat als nicht zielführend zurück. Mit dem Vorstoß wollen Teile der Christdemokraten das Recht auf Teilzeit abschaffen. Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, meistens um sich nach dem Job um Kinder und Angehörige zu kümmern. Weil der Staat nicht genug für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unternimmt, kompensieren Frauen dies durch eine geringere Wochenarbeitszeit – in der Regel zu Lasten des eigenen Einkommens, Altersbezügen und Karrierechancen.
Dazu sagt die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Anja Weusthoff:
„Der Vorstoß aus den Reihen des CDU-Wirtschaftsflügels ist ein Affront gegen all jene, die neben ihrer Erwerbsarbeit Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder sich ehrenamtlich engagieren. Gerade Mütter würden nachweislich gerne mehr in ihren Berufen arbeiten, scheitern aber an fehlender Unterstützung: In Deutschland fehlen rund 300.000 Kitaplätze, auch Kurzzeitpflegeplätze sind Mangelware. Hier sind Bund und Länder dringend gefordert.
Dem Fachkräftemangel begegnet man nicht, in dem man Menschen in längere Arbeitszeiten zwingt. Nötig sind bessere Rahmenbedingungen. Dazu gehören der konsequente Ausbau der Betreuungsinfrastruktur und eine gezielte Ansprache von Männern, mehr Verantwortung für Sorgearbeit zu übernehmen. Auch ein höheres Elterngeld, ein Lohnersatz für Pflegezeiten, verlässliche Kinderbetreuung, eine Brückenteilzeit für alle sowie ein echtes Rückkehrrecht aus der Teilzeit würden ebenfalls dazu beitragen.
Angriffe auf hart erkämpfte Arbeitnehmer*innenrechte – etwa auf die tägliche Höchstarbeitszeit oder das Recht auf Teilzeit – helfen dagegen niemandem.“
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