
Zum ersten Mal hat sich der Deutsche Frauenrat (DF) mit einer Veranstaltung im Kontext der Münchner Sicherheitskonferenz an aktuellen sicherheitspolitischen Debatten beteiligt. Gemeinsam mit dem Centre for Geopolitics der Universität Cambridge und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) führte der DF ein Expert*innen-Roundtable zur Geopolitik der Anti-Gender-Bewegung durch. Ziel war es, die sicherheitspolitische Dimension der Anti-Gender-Narrative zu beleuchten und deren Bedeutung für die internationale Ordnung einzuordnen.
Anti-Gender und die autoritäre WendeFür den DF stand am Ausgangspunkt der Debatte, dass transnationale Anti-Gender-Bewegungen als ein zentraler ideologischer Treiber der internationalen autoritären Wende stärker in den Blick genommen werden müssen. Dies gilt umso mehr in einer Situation, in der die liberalen Demokratien um Stabilität und Sicherheit in einer sich wandelnden Weltordnung ringen.
Im Kern basiert die Anti-Gender-Ideologie auf der Vorstellung einer angeblich naturgegebenen vergeschlechtlichten Hierarchie, in der Frauen als schutzbedürftig gelten und Männer als starke, durchsetzungsfähige Beschützer und politische Führungsfiguren. Vielfalt in Bezug auf Geschlechterrollen, Geschlechtsidentitäten oder sexuelle Orientierung wird als Abweichung und als Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung dargestellt. Diese Narrative sind nicht nur kompatibel mit autoritären Regierungsformen – sie verstärken nationalistische Rhetorik und legitimieren Hegemonie- und Expansionsansprüche.
Die Diskussion machte deutlich: Der sogenannte „Pushback“ gegen Gleichstellungs- und Menschenrechtsnormen ist global vernetzt, finanziell und organisatorisch gut aufgestellt und strategisch koordiniert. Gleichzeitig ist er stark kontextabhängig. Erscheinungsformen, politische Allianzen und Gegenstrategien unterscheiden sich erheblich zwischen Regionen. Europa wird dabei aktuell zu einem zentralen Austragungsfeld. Ein differenzierter Blick ist also notwendig, um wirksame politische Antworten zu entwickeln. Diese können auf der lokalen Ebene ansetzen und sollten die Breite der Gesellschaft adressieren.
Wertvolle Impulse lieferten:
Die Auseinandersetzung mit Anti-Gender-Bewegungen ist keine Randdebatte gesellschaftspolitischer Art, sondern Teil einer umfassenden sicherheitspolitischen Analyse, die nicht an nationalstaatlichen Grenzen endet. Wer autoritären Einflussstrategien entgegentreten will, muss ihre internationale Dimension ernst nehmen und transnationale Gegen-Allianzen schmieden.
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