Geschlechterreflektierte Demokratiebildung stärken – Polarisierung entgegenwirken

Beschlüsse | 26. Juni 2026

Der Deutsche Frauenrat setzt sich dafür ein, Demokratiebildung geschlechterreflektiert weiterzuentwickeln und der zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Polarisierung insbesondere junger Frauen und junger Männer entgegenzuwirken. Es sollen jeweils intersektionale Verflechtungen einbezogen werden. Konkrete Maßnahmen zur Demokratiebildung, Begegnung von Antifeminismus, Ansprachen von Jungen und Männern sollen auch barrierefrei und mehrsprachig angeboten werden.

Hierzu fordert der Deutsche Frauenrat:

  1. Geschlechterreflektierte Demokratiebildung ausbauen
    • Verankerung von geschlechtersensibler Bildung in Schule, Jugendhilfe und außerschulischer Bildung
    • Geschlechterrollen, Sexismus und Antifeminismus als festen Bestandteil von Demokratiebildung
    • Stärkung feministischer Perspektiven in Bildungsprogrammen
  2. Koedukative und geschlechtersensible Bildungsansätze stärken
    • Entwicklung und Förderung von Bildungsformaten, die gezielt den Dialog zwischen Geschlechtern fördern
    • Reflexion von Rollenbildern, Männlichkeitsnormen und gesellschaftlichen Erwartungen im gemeinsamen Austausch
    • Ergänzend: Schutz- und Empowerment-Räume für Mädchen und junge FLINTA*-Personen sichern
  3. Gezielte Ansprache von Jungen und Männern
    • Entwicklung spezifischer Angebote zur Auseinandersetzung mit Männlichkeiten, Antifeminismus und Gleichstellung
    • Prävention von Radikalisierungstendenzen und antifeministischen Einstellungsbildern
    • Förderung positiver, gleichstellungsorientierter Männlichkeitsentwürfe
  4. Demokratiegefährdende Polarisierung erforschen und sichtbar machen
    • Ausbau von Forschung zur politischen Einstellungsentwicklung junger Menschen unter Geschlechterperspektive
    • Analyse der Wechselwirkungen von Social Media und Antifeminismus Regelmäßiges Monitoring geschlechtsspezifischer Polarisierungstendenzen
  5. Antifeminismus als demokratiegefährdendes Phänomen anerkennen und bekämpfen
    • Politische Einordnung von Antifeminismus als ideologische Brücke zu rechtsextremen und demokratiefeindlichen Positionen
    • Integration des Themas als eigenständiger Schwerpunkt in Programme der Demokratieförderung
    • Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen, die antifeministischen Narrativen entgegenwirken
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