Der Deutsche Frauenrat fordert das Bundesministerium für Gesundheit auf, die anstehenden Reformen des Gesundheitssystems konsequent an wissenschaftlicher Evidenz und einer Stärkung präventiver Versorgungsstrukturen auszurichten. Ziel muss eine medizinisch wirksame, ökonomisch nachhaltige, qualitätsgesicherte, barrierefreie und geschlechtergerechte Versorgung sein, die den Zugang zum Gesundheits- und Präventionssystem insbesondere für vulnerable Zielgruppen sichert.
Als Beispiel soll hier der Bereich Psychotherapie genannt werden: Frauen sind deutlich öfter als Männer von psychischen Störungen belastet und nehmen mehr Behandlungen in Anspruch. Gerade in diesem Bereich werden viele Zulassungs- und Finanzierungsbeschränkungen diskutiert. Dabei stehen die eher geringen Einsparungsmöglichkeiten am Gesamtbudget der Krankenkassen in keinem Verhältnis zu den daraus resultierenden Versorgungsdefiziten. Schon heute warten Patient*innen zu lange auf einen Therapieplatz. Das Erstzugangsrecht zur Psychotherapie und eine kostendeckende Finanzierung ohne Reduktion der vorhanden Therapieplätze muss sichergestellt werden.
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