
Das Jahr ist noch jung, doch für Gleichstellung drängt die Zeit. Gut, dass der Deutsche Frauenrat mit Nina Warken und Dr. Stefanie Hubig 2026 bereits zwei engagierte Bundesministerinnen zum Gespräch getroffen hat. Und das waren nur zwei von fünf produktiven Lobbygesprächen der vergangenen Woche.
Bundesgesundheitsministerin Warken: Frauengesundheit auf die Agenda
Die medizinische Versorgung orientiert sich zu oft an männlichen Normen – mit spürbaren negativen Folgen für die Gesundheit von Frauen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat das Thema Frauengesundheit deshalb zum Schwerpunkt in ihrem Haus erklärt. Am 12. Januar empfing sie DF-Vorsitzende Dr. Beate von Miquel, Dr. Regine Rapp-Engels als Verantwortliche für das DF-Schwerpunktthema „geschlechtersensible Gesundheit“, sowie DF-Geschäftsführerin Judith Rahner zu einem konstruktiven Austausch.
Im Gespräch wurde deutlich: Viele Behandlungsfehler und Kosten im Gesundheitssystem ließen sich mit geschlechtersensiblem Blick auf Patientinnen und Patienten vermeiden. Gezielte Forschung, eine Weiterentwicklung der medizinischen Lehre sowie Leitlinien, die gendermedizinische Erkenntnisse systematisch berücksichtigen, können hier Verbesserungen schaffen.
Der DF brachte zudem die Themen Wechseljahre und Endometriose ein. Auch die Müttergesundheit, die Versorgung in der Geburtshilfe und der Zugang zu einer verlässlichen Versorgung bei ungewollten Schwangerschaften standen auf der Agenda.
Mit Sorge beobachten die DF-Vertreterinnen und die Gesundheitsministerin eine zunehmende Desinformation im Gesundheitsbereich, sowie gezielte Angriffe auf die Arbeit des Ministeriums – wie zuletzt über den US-amerikanischen Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. Umso wichtiger bleibt ein faktenbasierter, transparenter Dialog.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig: Gewaltschutz hat Priorität
Ebenfalls am 12. Januar empfing Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig den DF zum Austausch. Hubig hat in ihrem ersten Amtsjahr mit Einführung der sogenannten elektronischen Fußfessel für Gewalttäter bereits deutlich gemacht, dass Gewaltschutz in ihrem Ministerium Priorität hat. Entsprechend intensiv erörterten Beate von Miquel und Geschäftsführerin Judith Rahner gemeinsam mit ihr Handlungsbedarfe, damit Frauen Wege aus der Gewalt finden können.
Gegen verbale sexualisierte Gewalt hat die Bundesjustizministerin mehrfach ein Vorgehen angekündigt. Auch digitale Gewalt, die auch in Partnerschaftsgewalt eine zentrale Rolle in Form von Überwachung spielt, verlangt nach einer politischen Antwort. Zudem erörterten die DF-Vertreterinnen gemeinsam mit der Ministerin Ansätze gegen knappen Wohnraum und steigende Mieten. Sich von einem gewalttätigen Partner wegen Wohnungsmangel nicht trennen zu können, kann zur tödlichen Falle für Gewaltbetroffene werden.
Staatssekretärin Petra Bahr: Gleichstellungscheck in der Mache
Den Ministerinnentreffen folgte ein Termin im Bundesfamilienministerium mit Staatssekretärin Petra Bahr. Sie berichtete über die Arbeitsschwerpunkte des Ministeriums, obenauf der Gleichstellungscheck für Gesetze, den das Ministerium bald auf den Weg bringen will. Dieses Instrument fordert der DF seit langem, denn mit ihm müsste der Gesetzgeber bereits beim Ausformulieren neuer Gesetze darauf achten, die Gleichstellung von Frauen zu fördern.
Austausch zu zentralen Gewaltthemen mit der rechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion, Susanne Hierl
Außerdem trafen DF-Geschäftsführerin Judith Rahner und DF-Referentin Monika Remé die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Susanne Hierl, zu einem Austausch über zentrale Gewaltthemen. Im Gespräch ging es unter anderem um den Einsatz der elektronischen Fußfessel, den zunehmenden Handlungsbedarf bei digitaler Gewalt sowie um offene Fragen und Herausforderungen im Rahmen der anstehenden Familienrechtsreform.
Digitales Kennenlernen mit Abteilungsleiter im Bundesdigtialministerium, Marco-Alexander Breit
Auch mit dem Abteilungsleiter Digitalpolitik und Wirtschaft im Bundesdigtialministerium Marco-Alexander Breit war der DF zum Gespräch verabredet. Im digitalen Kennenlerngespräch ging es unter anderem um den grundsätzlichen Aufbau und die Vorhaben des Ministeriums und konkreter um die Themen digitale Gewalt, Frauengesundheit sowie Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt.
Danke für die anregenden Gespräche!
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