Im Auftrag des damaligen BMFSFJ führte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen von 2022 bis 2025 eine umfangreiche Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes durch. Diese zeigt, dass die derzeitige Gesetzeslage wichtige Grundlagen für den Schutz von Menschen in der Prostitution geschaffen hat, gleichzeitig besteht Bedarf an einer Verbesserung der Umsetzung sowie der Weiterentwicklung. Die Evaluation unterstreicht, dass Prostitution bei freiwilliger Ausübung mit den Grundrechten vereinbar ist.
Trotzdem bleibt Prostitution ein Tätigkeitsfeld mit außergewöhnlicher Gefährdung durch besondere gesundheitliche Belastungen und einem Risiko für Ausbeutung und Gewalt. Daraus ergibt sich eine besondere staatliche Schutzpflicht gegenüber den Prostituierten – insbesondere im Hinblick auf ihre sexuelle Selbstbestimmung, gesundheitliche Versorgung und sichere Arbeitsbedingungen.
Der Deutsche Frauenrat setzt sich vor diesem Hintergrund für eine Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens ein, die Schutz vor Ausbeutung und Gewalt stärkt, soziale Unterstützung und Aufklärung sowie Ausstiegshilfen ausbaut und Selbstbestimmung wahrt. Zudem sollen in den Kommunen die entsprechenden Informations- und Hilfesysteme dauerhaft etabliert werden.
1. Wirksamer Schutz vor Ausbeutung, Gewalt und Menschenhandel
Menschen in der Prostitution sind besonderen Risiken ausgesetzt und müssen wirksam vor Ausbeutung, Gewalt und Menschenhandel geschützt werden. Dem Staat kommt hier eine besondere Schutzpflicht zu.
Der Deutsche Frauenrat fordert:
2. Unterstützung von Um- und Ausstiegen und gesellschaftliche Aufklärung
Neben Zwangs- und Ausbeutungsstrukturen erschweren Stigmatisierung und Diskriminierung Um- und Ausstiege. Wer aus- bzw. umsteigen möchte, muss auf verlässliche Unterstützung zählen können.
Der Deutsche Frauenrat fordert:
3. Stärkung der Beratung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Auch für Menschen, die selbstbestimmt in der Prostitution arbeiten, ist häufig der Zugang zu Beratung, Gesundheitsversorgung und sozialen Unterstützungsangeboten mit Hürden verbunden. Dies erschwert Kenntnis und Inanspruchnahme von Rechten, Schutz und sozialen Ressourcen und letztlich die gesellschaftliche Teilhabe. Ziel müssen verbesserte Arbeitsbedingungen sein, die Selbstbestimmung und Teilhabe stärken.
Der Deutsche Frauenrat fordert:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen