Women20 (W20) ist eine offizielle Dialoggruppe der Gruppe der Zwanzig (G20), die sich für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter in den G20-Ländern und darüber hinaus einsetzt. Der DF ist zusammen mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) vom Bundeskanzleramt mandatiert, die Forderungen aus Deutschland in die W20 einzubringen.
Als Reaktion auf den außerordentlichen G20-Gipfel, hat W20 ein Statement mit Forderungen zur Gleichstellung in Zeiten der COVID-19-Pandemie an die G20 formuliert. Hier die wichtigsten Inhalte im Überblick:
- Die Teilhabe von Frauen an Entscheidungen muss auf allen Ebenen schnell und gezielt ermöglicht werden.
- Anstrengungen zur Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt müssen an die sich ändernden wirtschaftlichen Umstände angepasst werden:
- Entwicklung von Konjunkturpakete und Schutzformen, die die partnerschaftliche Betreuung fördern, einschließlich der Notfallversorgung für Kinder.
- Ergreifung von Maßnahmen, die die Rolle von Frauen als Betreuerinnen für kranke, behinderte und ältere Familienmitglieder anerkennen und diese nicht bestrafen.
- Gewährleistung wirtschaftlicher Sicherheit für weibliche Kleinunternehmer (KMU), einschließlich Steuerbefreiungen, Aussetzung von Hypotheken und Darlehen für freiberufliche Arbeitnehmerinnen und Unternehmerinnen.
- Erweiterung des Schutzes von Arbeitnehmerinnen im informellen Sektor, z.B. durch Urlaubsansprüche und Unterstützungszahlungen.
- Einsatz von IKT-Unterstützung für Männer und Frauen, um (ohne zusätzliche Kosten) von zu Hause aus zu arbeiten.
- Geschlechtsspezifische Auswirkungen der aktuellen Maßnahmen müssen untersucht und berücksichtigt werden:
- Erweiterung und gemeinsame Nutzung der Datenerfassung, Berichterstattung und Analyse zu geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung von Pandemien. Hierbei sollen verschiedenen Arten von Schwachstellen berücksichtigt werden, denen Frauen aufgrund von Diskriminierung wegen Alters, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Behinderung und Gesundheitszustand ausgesetzt sind.
- Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Quarantäne.
- Frauen müssen vor Gewalt geschützt werden:
- Erhöhung der Ressourcen für den Schutz und die Unterstützung vor geschlechtsspezifischer Gewalt, einschließlich Hotlines und Überwachung.
- Die Staats- und Regierungschefs der G20 werden dringend aufgerufen, in wichtigen systemischen Fragen zu handeln, sobald die Pandemie unter Kontrolle ist:
- Zusammenarbeit der Regierungen, um die nachteiligen Auswirkungen der COVID 19-Pandemie auf die Gleichstellung der Geschlechter zu minimieren und die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung fortzusetzen.
- Anwendung von Gender Mainstreaming-Tools durch Regierungen und Arbeitgeber*innen bei der Entwicklung von Strategien gegen direkte und indirekte geschlechtsspezifische Auswirkungen der Pandemie.
- Beseitigung von diskriminierenden Normen und Gesetzen, damit sowohl Männer als auch Frauen am Wiederaufbau der Wirtschaft beteiligt werden können.
- Erhöhung des Frauenanteils bei globalen Mechanismen zur Überwachung, Erkennung und Prävention von Gesundheitssicherheit.
- Kommunale Ebene in die Lage versetzen, integrierte Maßnahmen zur Verhinderung von häuslicher Gewalt zu ergreifen: Verbesserung der Reichweite und Unterstützung der Opfer sowie Förderung des Wissensaustauschs über bewährte Verfahren.