Women7 Summit 2022, 4 Personen Bundeskanzler Scholz, W7-Koordinatiorin Juliane Rosin und zwei W7 Adivsor sitzen auf der Bühne beim Summit

W7-Der frauenpolitische Dialog zur G7

Aktuelles | 1. Januar 2023

Seit 2018 organisiert sich die Women7 (W7), ein internationales Netzwerk an Frauenrechtsverbänden, -organisationen und Interessensgruppen, um sich gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit in der G7 einzusetzen. Das Ziel: Gleichstellung soll Ausgangspunkt und Verhandlungsbasis der G7 sein.

2022 hatte der DF den Vorsitz des zivilgesellschaftlichen Women7-Dialogs im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft übernommen und ein internationales Berater*innennetzwerk ins Leben gerufen. Insgesamt 64 Vertreter*innen von Frauenrechtsverbänden, und -organisationen aus über 24 Länder wurden ausgewählt, um den frauenpolitischen W7-Dialog unter deutscher G7-Präsidentschaft gemeinsam zu gestalten.

 

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Nach einem Jahr Women7 unter DF-Vorsitz konnten einige Meilensteine verzeichnet werden, auch wenn konkrete politische Verpflichtungen ausblieben.

Gleichstellungspolitische Ergebnisse der deutschen G7-Präsidentschaft 2022:
  • Zum ersten Mal in der Geschichte der G7 werden auch transgender und nichtbinäre Personen sowie LGBTIQ* erwähnt.
  • Die Stärkung sexueller und reproduktive Gesundheit und Rechte sowie die Berücksichtigung von sexueller Orientierung und Geschlechteridentität werden als essenzieller Hebel für die Stärkung von Frauen und Mädchen anerkannt.
  • Auch die Forderung der W7 nach einem geschlechtergerechten Wiederaufbau nach der Pandemie nach den Prinzipien einer transformativen Wirtschaftspolitik, die auch strukturelle Hindernisse für Geschlechtergerechtigkeit adressiert und den Wert un- und unterbezahlter Sorgearbeit anerkennt, wurden fast wörtlich in das Communiqué der G7 Staats- und Regierungschefs übernommen. Hierzu gehört auch die Zusage, mit über 79 Millionen US-Dollar, den Childcare Incentive Fund der Weltbank zu unterstützen.
  • Mit dem G7 Dashboard on Gender Gaps wird eine der Women7-Empfehlungen konkret umgesetzt und ein jährliches Monitoring von Gleichstellungsindikatoren eingeführt.
  • Zudem erwähnt das Communiqué erstmals die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen „im Sinne einer feministischen Entwicklungs-, Außen- und Handelspolitik“.

Für detaillierte Informationen zum Women7-Prozess 2022, den Veranstaltungen, wie dem großen W7 Gipfel im Mai oder Outreach-Event im Oktober 2022, klicken Sie hier.

 

Die Gruppe der Sieben (G7) stellt seit mehr als 45 Jahren einen einflussreichen, informellen Zusammenschluss der ehemals mächtigsten Wirtschaftsnationen dar. Mit den jährlichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschef*innen und den gemeinsamen Abschlusserklärungen, den sogenannten G7-Communiqués, bildet das Forum einen wichtigen Rahmen für Kooperation und das gemeinsame politische sowie wirtschaftliche Handeln der G7-Staaten. Der Weg dahin führt über zahlreiche ministerielle Treffen und Arbeitsgruppen, sowie einen begleitenden zivilgesellschaftlichen Prozess mit diversen Engagementgruppen als Interessenvertretungen – wie Y7, C7, L7 oder W7.

Zu den G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA – Russland wurde 2014 (seit der widerrechtlichen Annexion der Krim-Halbinsel) ausgeschlossen. Darüber hinaus sind die Weltbank, der IWF und die Europäische Union mit Beobachterstatus in der G7 vertreten. Ohne feste Organisationsstrukturen arbeitet die G7 als informelles Netzwerk mit einer jährlich rotierenden Präsidentschaft.

 

Wichtige gleichstellungspolitische Ergebnisse der vergangenen G7-Prozesse:
  • Unter italienischer Präsidentschaft 2017 werden mit der Roadmap for a Gender-Responsive Economic Environment die bislang umfangreichsten G7-Gleichstellungsziele verabschiedet.
  • Die kanadische Präsidentschaft 2018 legte Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema fest und kündigte einen ersten „feministischen“ G7-Gipfel an, welcher erstmal von einem Gender Equality Advisory Council beraten wurde und auf dem eine Erklärung gegen sexualisierte Gewalt in digitalen Medien verabschiedet wurde.
  • Die französische G7-Abschlusserklärung 2019 beinhaltete auch die Biarritz Partnership on Gender Equality, in welcher ein Rahmen für die Implementierung gleichstellungspolitischer Gesetzgebung aufgezeigt wird.
  • Bei der G7-Abschlusserklärung 2021 in Cornwall, Großbritannien, nahmen die Staats- und Regierungschef*innen zwar Bezug auf Gleichstellung, doch die Verpflichtungen blieben hinter den Erwartungen zurück. Dies kommentieren auch die damaligen W7-Vorsitzenden (Kommentar zur Abschlusserklärung 2021).

 

Seit 2018 gibt es den G7-Beirat zur Gleichstellung der Geschlechter (Gender Equality Advisory Council, GEAC). Dieses Beratungsgremium besteht aus verschiedenen Personen, die sich in ihrem Bereich für Gleichberechtigung und Women’s Empowerment verdient gemacht haben. Das GEAC wird jedes Jahr neu von dem*der amtierenden G7-Präsident*in einberufen. Es hat zwar keine Gestaltungsmacht oder finanzielle Mittel, ist mit seiner Beratung aber direkt in die G7-Prozesse eingebunden. Ein*e Vertreter*in des W7-Netzwerk ist jedes Jahr Teil des GEAC.

Da der GEAC Report 2022 erst im Dezember erschien, haben die GEAC Mitglieder im Juni vor dem G7 Gipfel beschlossen, die W7 Forderungen zu unterstützen.

 

Neue Dokumente von W7 Japan 2023:

W7Japan2023_Communique

 

Dokumente vergangener Präsidentschaften:

 

 

 

Die Umsetzung der geschlechterpolitischen Ziele der G7 und der G20 in Deutschland (2020):

 

Study on G7 and G20 Gender Equality Impact: Women’s Economic Empowerment, Climate Justice and LGBTIQ* Inclusion in Italy, Brazil and South Africa (2023):

 

Die Umsetzung der geschlechterpolitischen Ziele der G7 und der G20 in Deutschland – Update (2023):

Policy Brief – Die Gleichstellungsziele von G7 und G20: Umsetzung in Deutschland bis 2023

 

Auch zur G20 gibt es einen frauenpolitischen Dialog W20. Infos dazu hier.

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