Women7 Summit 2022, 4 Personen Bundeskanzler Scholz, W7-Koordinatiorin Juliane Rosin und zwei W7 Adivsor sitzen auf der Bühne beim Summit

W7-Der frauenpolitische Dialog zur G7

Aktuelles | 1. Januar 2023

Seit 2018 organisiert sich die Women7 (W7), ein internationales Netzwerk an Frauenrechtsverbänden, -organisationen und Interessensgruppen, um sich gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit in der G7 einzusetzen. Das Ziel: Gleichstellung soll Ausgangspunkt und Verhandlungsbasis der G7 sein.

Jedes Jahr übernimmt ein anderes Land den W7-Vorsitz, übereinstimmend mit dem G7-Vorsitz. 2024 hat Italien den G7- und damit auch den W7-Vorsitz inne. 2023 war es Japan. 2022 hatte der DF den Vorsitz des zivilgesellschaftlichen Women7-Dialogs im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft übernommen und ein internationales Berater*innennetzwerk ins Leben gerufen. Insgesamt 64 Vertreter*innen von Frauenrechtsverbänden, und -organisationen aus über 24 Länder wurden ausgewählt, um den frauenpolitischen W7-Dialog unter deutscher G7-Präsidentschaft gemeinsam zu gestalten. Die darauf folgenden W7-Vorsitze haben das internationale Netzwerk inklusive Teilhabe vom Globalen Süden weitergeführt.

 

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Beim W7-Gipfel im Mai 2024 in Rom wurden beim zweitägigen Gipfel die aktuellen W7-Forderungen vorgestellt, diskutiert und an die italienische Regierung überreicht.

Forderungen und Kritik beim internationalen Women7-Gipfel in Rom – „Resiliente Demokratie verteidigen!“ – Deutscher Frauenrat

Querschnittsforderungen W7 2024:
  • Gewährleistung einer gleichberechtigten Repräsentanz von Frauen und Mädchen auf allen Entscheidungsebenen und Gremien bis 2030;
  • Gleichstellung der Geschlechter in den Mittelpunkt der Haushaltsentscheidungen stellen;
  • Sammlung, Analyse und Berichterstattung von/über geschlechts- und altersspezifischen und aufgeschlüsselten Daten und Investitionen;
  • Entwicklung geschlechtsspezifischer Folgenabschätzungen bei der Gestaltung, Umsetzung, Überwachung und Bewertung aller legislativen, politischen, strategischen und programmatischen Initiativen;
  • Entwickeln von Programmen und Kampagnen gegen Geschlechterstereotype;
  • Jährliche Berichterstattung über die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter und der Rechenschaftspflicht in Bezug auf die G7-Verpflichtungen durch wirksame Überwachungsmechanismen und Kriterien für die Durchführbarkeit.

 

Mit dem G7-Gipfel 2023 in Hiroshima/Japan wollte Japan ein Zeichen für eine ausdrucksstarke Friedenspolitik setzen. Bei der gemeinsamen Abschlusserklärung des G7-Gipfels stand Geschlechtergerechtigkeit zwar auf der Agenda, doch es fehlten wieder konkrete Finanzierungszusagen:

G7-Gipfel: Finanzierung für Gleichstellung fehlt – Deutscher Frauenrat

 

Nach einem Jahr Women7 unter DF-Vorsitz konnten 2022 einige Meilensteine verzeichnet werden, auch wenn konkrete finanzielle Verpflichtungen ausblieben.

Gleichstellungspolitische Ergebnisse der deutschen G7-Präsidentschaft 2022:
  • Zum ersten Mal in der Geschichte der G7 werden auch transgender und nichtbinäre Personen sowie LGBTIQ* erwähnt.
  • Die Stärkung sexueller und reproduktive Gesundheit und Rechte sowie die Berücksichtigung von sexueller Orientierung und Geschlechteridentität werden als essenzieller Hebel für die Stärkung von Frauen und Mädchen anerkannt.
  • Auch die Forderung der W7 nach einem geschlechtergerechten Wiederaufbau nach der Pandemie nach den Prinzipien einer transformativen Wirtschaftspolitik, die auch strukturelle Hindernisse für Geschlechtergerechtigkeit adressiert und den Wert un- und unterbezahlter Sorgearbeit anerkennt, wurden fast wörtlich in das Communiqué der G7 Staats- und Regierungschefs übernommen. Hierzu gehört auch die Zusage, mit über 79 Millionen US-Dollar, den Childcare Incentive Fund der Weltbank zu unterstützen.
  • Mit dem G7 Dashboard on Gender Gaps wird eine der Women7-Empfehlungen konkret umgesetzt und ein jährliches Monitoring von Gleichstellungsindikatoren eingeführt.
  • Zudem erwähnt das Communiqué erstmals die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen „im Sinne einer feministischen Entwicklungs-, Außen- und Handelspolitik“.

Für detaillierte Informationen zum Women7-Prozess 2022, den Veranstaltungen, wie dem großen W7 Gipfel im Mai oder Outreach-Event im Oktober 2022, klicken Sie hier.

 

Die Gruppe der Sieben (G7) stellt seit mehr als 45 Jahren einen einflussreichen, informellen Zusammenschluss der ehemals mächtigsten Wirtschaftsnationen dar. Mit den jährlichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschef*innen und den gemeinsamen Abschlusserklärungen, den sogenannten G7-Communiqués, bildet das Forum einen wichtigen Rahmen für Kooperation und das gemeinsame politische sowie wirtschaftliche Handeln der G7-Staaten. Der Weg dahin führt über zahlreiche ministerielle Treffen und Arbeitsgruppen, sowie einen begleitenden zivilgesellschaftlichen Prozess mit diversen Engagementgruppen als Interessenvertretungen – wie Y7, C7, L7 oder W7.

Zu den G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA – Russland wurde 2014 (seit der widerrechtlichen Annexion der Krim-Halbinsel) ausgeschlossen. Darüber hinaus sind die Weltbank, der IWF und die Europäische Union mit Beobachterstatus in der G7 vertreten. Ohne feste Organisationsstrukturen arbeitet die G7 als informelles Netzwerk mit einer jährlich rotierenden Präsidentschaft.

 

Wichtige gleichstellungspolitische Ergebnisse der vergangenen G7-Prozesse:
  • Unter italienischer Präsidentschaft 2017 werden mit der Roadmap for a Gender-Responsive Economic Environment die bislang umfangreichsten G7-Gleichstellungsziele verabschiedet.
  • Die kanadische Präsidentschaft 2018 legte Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema fest und kündigte einen ersten „feministischen“ G7-Gipfel an, welcher erstmal von einem Gender Equality Advisory Council beraten wurde und auf dem eine Erklärung gegen sexualisierte Gewalt in digitalen Medien verabschiedet wurde.
  • Die französische G7-Abschlusserklärung 2019 beinhaltete auch die Biarritz Partnership on Gender Equality, in welcher ein Rahmen für die Implementierung gleichstellungspolitischer Gesetzgebung aufgezeigt wird.
  • Bei der G7-Abschlusserklärung 2021 in Cornwall, Großbritannien, nahmen die Staats- und Regierungschef*innen zwar Bezug auf Gleichstellung, doch die Verpflichtungen blieben hinter den Erwartungen zurück. Dies kommentieren auch die damaligen W7-Vorsitzenden (Kommentar zur Abschlusserklärung 2021).

 

Seit 2018 gibt es den G7-Beirat zur Gleichstellung der Geschlechter (Gender Equality Advisory Council, GEAC). Dieses Beratungsgremium besteht aus verschiedenen Personen, die sich in ihrem Bereich für Gleichberechtigung und Women’s Empowerment verdient gemacht haben. Das GEAC wird jedes Jahr neu von dem*der amtierenden G7-Präsident*in einberufen. Es hat zwar keine Gestaltungsmacht oder finanzielle Mittel, ist mit seiner Beratung aber direkt in die G7-Prozesse eingebunden. Ein*e Vertreter*in des W7-Netzwerk ist jedes Jahr Teil des GEAC. 

 

Dokumente unter italienischer Präsidentschaft 2024:

Dokumente unter japanischer Präsidentschaft 2023:

Dokumente unter deutscher Präsidentschaft 2022:

Dokumente vergangener Präsidentschaften:

 

Studien:

Die Umsetzung der geschlechterpolitischen Ziele der G7 und der G20 in Deutschland (2020)

 

Study on G7 and G20 Gender Equality Impact: Women’s Economic Empowerment, Climate Justice and LGBTIQ* Inclusion in Italy, Brazil and South Africa (2023)

 

Die Umsetzung der geschlechterpolitischen Ziele der G7 und der G20 in Deutschland – Update (2023)

 

Policy Brief – Die Gleichstellungsziele von G7 und G20: Umsetzung in Deutschland bis 2023 (2024)

 

Auch zur G20 gibt es einen frauenpolitischen Dialog W20. Infos dazu hier.

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