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Politik / Themenübersicht / Allgemein

Eine Zeitenwende für Gleichstellung – Women7-Expertinnen kommen am Rande des G7-Gleichstellungstreffen nach Berlin

Aktuelles | 27. Oktober 2022

Ein halbes Jahr nachdem die Women7 (W7)  ihre gleichstellungspolitischen Forderungen an die G7 an Bundeskanzler Olaf Scholz übergaben, kam das internationale Netzwerk der W7 erneut in Berlin zusammen. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Am 13. und 14. Oktober trafen sich auch die G7-Gleichstellungsminister*innen in der Hauptstadt, um aktuelle Themen und Herausforderungen der Gleichstellungspolitik zu diskutieren. Mit einem gemeinsamen Abschlussevent im SchwuZ Queer Club, ausgerichtet vom Deutschen Frauenrat, endete die intensive Arbeitswoche in einen bunten und diskussionsfreudigen Abend.

34 Expert*innen des internationalen W7-Netzwerks reisten aus 18 Länder nach Berlin, um sich im Rahmen des dreitägigen W7 Strategie- und Evaluationstreffens über die Ergebnisse der deutschen G7-Präsidentschaft auszutauschen und ihre Forderungen vor den G7-Gleichstellungsminister*innen erneut zu bekräftigen. Bereits am Abend des 11. Oktober traf sich eine erste Delegation der W7-Berater*innen am Fernsehturm Alex für ein gemeinsames Abendessen. Während die Sonne über Berlin unterging, begrüßte DF-Vorstandsmitglied Yvonne De Andrés im Namen des Deutschen Frauenrats die internationale Runde.

 

Fotos: Heidi Scherm / Women7

 

Gleich am nächsten Morgen begann der eigentliche Workshop mit dem Ziel, sowohl die gleichstellungspolitischen Ergebnisse der G7 zu diskutieren als auch die Durchführung des DF geführten W7-Dialog zu evaluieren. #TimetoDeliver – Zeit zu liefern, war die prominente Botschaft der W7-Kampagne. Nun ging es darum, kritisch Fazit zu ziehen: Hat die G7 geliefert? Haben die Forderungen der W7 Einzug in das Elmauer G7-Kommuniqué enthalten? Wo muss Deutschland mit Hinblick auf die anstehende Übergabe an die japanische G7-Präsidentschaft nachlegen? Inwieweit konnte der W7-Dialog selbst seine Forderungen nach mehr Transparenz, Diversität und Beteiligung erfüllen. Diese und weitere Fragen waren Gegenstand des ersten Workshoptages.
Lesen Sie hier mehr über die gleichstellungspolitische Analyse der G7-Ergebnisse.

 

Fotos: Heidi Scherm / Women7

 

Der zweite Workshoptag stand ganz im Zeichen der anstehenden G7-Präsidentschaft in Japan und beriet die nächsten Schritte und Strategien der zukünftige Lobbyarbeit der W7: Wie können wir feministischen Stimmen in zukünftigen G7-Verhandlungen mehr Gehör verschaffen? Dies wurde gemeinsam mit Gästen der Civil7, Youth7, Think7, und dem G7-Gleichstellungsbeirats (GEAC) im Rahmen einer Podiumsdiskussion intensiv diskutiert. Auch Prof. Dr. Jutta Allmendinger als Vorsitzende des GEAC sowie Vertreter*Innen der W20 und W7 aus Indonesien und Indien waren auf dem Podium vertreten. Am Abend folgte das erste informelle Aufeinandertreffen mit den Gleichstellungsminister*Innen der G7: DF-Vorsitzende Dr. Beate von Miquel sowie drei Vertreter*innen des W7-Netzwerks aus Indien, Südsudan und Japan waren am Abend zu einem offiziellen Gala-Dinner eingeladen. Erst am nächsten Tag stand die politische Arbeit im Vordergrund. In der Arbeitssitzung: “Successful gender equality policies require a strong “gender equality machinery” stellte Beate von Miquel erneut die Kernforderungen des W7-Dialogs vor. Erst einige Tage zuvor forderte von Miquel die G7-Minister*innen in einer Pressemitteilung dazu auf, ein klares Zeichen der Solidarität mit den protestierenden Frauen und LGTBQI* Menschen im Iran, in Afghanistan und anderen Orten dieser Welt zu zeigen und diese mit konkreten Ergebnissen zu untermalen.

 

Fotos: Heidi Scherm / Women7

 

Die Arbeitssitzungen des G7-Gleichstellungsminister*innentreffens endete mit einer Pressekonferenz der Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Lisa Paus, die als Gastgeberin die Ergebnisse des Treffens vorstellte: In einer gemeinsamen Abschlusserklärung verpflichten sich die G7-Gleichstellungsministerinnen und -minister die Gleichstellung weltweit voranzutreiben. Außerdem richteten sie einen Appell an die iranische Regierung, die Menschenrechte zu achten. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Strukturen der G7-Gleichstellungspolitik und die Situation von Gründerinnen und selbstständigen Frauen. Auch die geschlechtergerechte Verteilung von Care-Arbeit und die Folgen der COVID-19 Pandemie auf Frauen und Mädchen sowie die Stärkung der Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren (LGBTIQ*) -Personen wurden diskutiert. Ein großer Erfolg für die Women7: Gemeinsam mit dem G7 Gleichstellungsbeirat, GEAC, wird die Women7 als zentrale Partnerin in der Umsetzung der gleichstellungspolitischen Ziele in der Abschlusserklärung genannt, insbesondere im Bezug auf die Weiterentwicklung des G7 Gender Dashboards für ein jährliches Gleichstellungs-Monitoring.

“We are here, We are loud! United against the Backlash” war das Thema der Abschlussveranstaltung, zu dem der Deutsche Frauenrat in Vertretung der Women7 am 14. Oktober ab 18 Uhr in Berlins ältesten queeren Club SchwuZ einlud. Über 160 Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Politik waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam Strategien gegen die weltweite anti-gender Bewegung zu diskutieren.

 

Fotos: Heidi Scherm / Women7

 

Neben BMFSFJ- Staatssekretärin Margit Gottstein waren sowohl die Gleichstellungsminister*Innen aus Japan, Kanada und Italien als auch die US-Sondergesandte für die Förderung der Rechte von LGBTQI+-Menschen, Jessica Stern, mit ihren jeweiligen G7-Delegationen vertreten. Highlight des Abends war eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion mit Erika Castellanos, Geschäftsführerin der internationalen Organisation Global Action for Trans Equality, Lesia Radelicki, Mitglied des Kabinetts der EU-Kommissarin für Gleichstellung, Dr. Ulrich Oberndorfer, Leiter des G7/G20 Sherpa Büros im Bundeskanzleramt, Dr. Marianna Leite, Global Advocacy and Development Policy Manager der ACT Alliance und W7-Beraterin aus Brasilien und Kemi Akinfaderin, Chief Advocacy Officer der Fòs Feminista und W7-Beraterin aus Nigeria.

Weitere Infos zum Prozess gibt es im W7-Dossier und auf der Women7-Webseite. Für Rückfragen steht das W7-Projekt-Team gerne zur Verfügung.

 

Zum Hintergrund:

Deutschland übernahm im Januar 2022 den G7-Vorsitz. Der Deutsche Frauenrat (DF) wurde von der Bundeskanzlerin offiziell mit der Durchführung des W7-Dialogs in 2022 mandatiert. Ziel dieses zivilgesellschaftlichen Dialogs zur G7 ist es, gleichstellungspolitische Forderungen in den G7-Prozess einzubringen und Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der G7 über alle Ressorts hinweg in den Fokus zu rücken.

 

 

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